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Hl. Altfried

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Der Heilige Altfried

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Es ist wahrscheinlich, dass Altfried gegen 800 geboren wurde, aber wir wissen nicht
wann und wo. Vermutlich entstammte er einer anerkannten edlen sächsischen Familie.
Altfried’s Familie könnte eng mit dem ostfälischen Haus der Liudolfinger (Gandersheim) oder der Sippe des Herzogs Ricdag (Lamspringe) sowie den Liudgeridern verwandt sein. In jedem Fall besaß Altfried eigenen Besitz in den Vorläufern des Harzes sowie den Grundbesitz von Asnithi (Essen). Da die meisten edlen sächsischen Familien sich schon früh mit Karl verbündeten und das Christentum annahmen, wird Altfried wahrscheinlich im Kreise einer christlichen Familie aufgewachsen sein. Von dort muss sein Weg zu einer der berühmten Kirchen oder Klosterschulen geführt haben, denn dies waren die einzigen Übermittler von intellektuellem und kulturellem Leben zu dieser Zeit.

Altfried wird 14 Jahre alt gewesen sein, als Karl, König der Franken und Lombarden, am 28. Januar 814 in Aachen starb. Karls Söhne und Enkel konnten und wollten das geerbte Reich nicht zusammenhalten. Die Grenzen entwickelten sich ziemlich schnell, und es entstanden die Länder Deutschland, Frankreich, Lothringen und Italien. Auf diesem Weg wurde Altfried, der auf der rechten Seite des Rheins lebte, Deutscher.

Über die ersten fünf Jahrzehnte in Altfried’s Leben ist uns nichts bekannt. Keine Dokumente oder Aufzeichnungen zeigen, wo Altfried seine Kindheit und Jugend verbrachte oder wo er studierte. Die meisten Dokumente seines frühen Schaffens wurden bei einem Brand im Jahre 946 zerstört.

Aber dann ist Altfried plötzlich da, er erscheint beinahe wie ein Meteor aus der Dunkelheit der Geschichte, als Freund, Botschafter und Minister eines Königs. Dieser König ist Ludwig der Deutsche, Karls Enkel. In den folgenden Jahren wurde Altfried einer der einflussreichsten und anerkanntesten deutschen Prälaten – einer der wichtigsten Staatsmänner der frühen deutschen Geschichte.

Das erste wirklich sichere Datum in Altfried’s Leben ist der März im Jahre 851. In diesem Monat wurde er der vierte Bischof der Diözese Hildesheim. Im Jahre 852 legte Alfried den Grundstein für die erste Kirche aus Stein. Es dauerte zwanzig Jahre bis zur Fertigstellung.
Am 1. November 872 weihte Altfried die Kirche ein. Ein anderer verlässlicher Bericht über Altfried’s Leben stammt aus dem Jahr 852. Am 3. Oktober jenes Jahres fand unter dem Vorsitz des Erzbischofs Rhabanus von Mainz ein Konzil statt, an dem Altfried als Bischof von Hildesheim teilnahm.

Von da an finden wir seinen Namen immer wieder in Dokumenten. Die meisten sind nur kurze Notizen, die wie ein Mosaik zusammengesetzt werden müssen, um ein Bild von seinem Leben zu bekommen. Ein deutlicheres Bild seines kirchlichen und politischen Wirkens bekommen wir nur, wenn wir die enge Verbindung seines Lebens zum einen mit der Gründung und der Entwicklung der Diözese Hildesheims und andererseits mit der Auflösung des Karolingischen Reiches akzeptieren.

Als Resultat der politischen und kirchlichen Umstände in der 2. Hälfte des 9. Jahrhunderts musste Altfried noch mehr Verantwortung übernehmen. Als ein intelligenter und nüchterner Denker mit einer natürlichen Redegabe – so wurde er vom Hincmar, dem Erzbischof von Reims, in einem Brief an Ludwig den Deutschen eingeschätzt – war er dazu fähig, zusätzlich zu den Pflichten einer kleinen Diözese die Geschicke des zerfallenden Fränkischen Reiches mitzubestimmen.
Nach seiner Wahl zum Bischof von Hildesheim wurde Altfried zum Berater des ostfränkischen Königs Ludwig des Deutschen. Von 860 an wurden Altfried im zunehmenden Maße politische Verantwortung anvertraut. Es ist Altfried’s reiches historisches Vermächtnis, bei den Machtkämpfen zwischen den Königen der fränkischen Reichsteile vermittelt zu haben, und er nutzte seine starke Persönlichkeit um für Versöhnung und Frieden zu kämpfen. Altfried’s Aufrichtigkeit, seine Intelligenz und sein Verständnis für das politisch Machbare (während er sich zugleich für einen gerechten Ausgleich der Interessen einsetzte), machten ihn zum Berater und Freund des ostfränkischen König Ludwig.

Als 860 in der St. Kastor Kirche zu Koblenz ein Teilungsfrieden zwischen den westfränkischen und ostfränkischen Königen geschlossen wurde, war Altfried als Berater Ludwigs des Deutschen tätig. Zwei Jahre später ging es um die Zukunft von Lothringen, dem mittlerem Königreich. Im Bestreben eine angemessene Lösung für dieses Problem zu finden, versuchte Altfried durch eine aktive Diplomatie die drei Könige des Reiches Karl, Lothar und Ludwig im Gespräch zu halten. Altfried muss jedoch in zunehmendem Maße verstanden haben, dass es nicht länger möglich war, die Einheit des fränkischen Reiches zu schützen und beizubehalten.

Dementsprechend ist es nicht überraschend, dass Altfried bei der Teilung des mittleren Königreichs (Lothringen) alles tat, um eine Lösung zu finden, die sowohl gerecht als auch möglich war. Seine Anstrengungen wurden belohnt, als im August 870 König Karl und Ludwig ein Teilungsabkommen unterzeichneten. Als Resultat von Altfried’s Anstrengungen war die gesamte östliche Hälfte vom lothringischen Königreich an König Ludwig den Deutschen gefallen und daher wurden alle deutschsprechenden Stämme in einem Königreich vereinigt.



Altfried hatte einen entscheidenden Anteil an der Gründung der Gandersheimer Klöster durch Herzog Luidolf und der Herzogin Oda um 856 und bei der Gründung der Lamspringer
Gemeinschaft durch Ricdag und Imhild in den Vorläufern des Harzes vor dem Jahre 847. Außerdem gründete er selbst nach 851 das Benediktiner Kloster Osterwieck in der Nähe von Halberstadt und andere Klöster auf seinem Grundbesitz Asnithi bei Essen um 845.

Altfried’s Gründung der Essener Klöster sowie die Gründung vieler solcher Gemeinschaften in Sachsen während des 9. und 10. Jahrhunderts basierten auf seiner religiösen und sozialen Überzeugung unverheirateten und verwitweten Frauen ein erfülltes Arbeitsleben im Rahmen der Kirche ermöglichen zu müssen. Er sorgte großzügig mit seinem eigenen Besitz für den Unterhalt dieser Gemeinschaften.


Altfried muss seinen Plan diese Stiftungen zu gründen schon sehr früh entwickelt haben, denn bereits auf seiner Reise nach Rom (845 – 847) erwarb er Relikte der heiligen Gelehrten Cosmos und Damian. Die Gemeinschaften zielten auf Frauen von Landadligen, von denen erwartet wurde, dass sie sich in eine religiöse Gemeinschaft unter der Führung einer Äbtin einfügen, insbesondere um junge Frauen zu leiten und zu erziehen.

Der Ort und die Umstände seines Todes sind nicht überliefert. Jedoch ist das Datum seines Todes bekannt. Altfried starb am Sonntag den 15. August 874. Dieses wird durch folgende Bemerkung in der Hildesheimer Chronik gestützt: „Altfried entschlief von seinem Leben reich an Tagen am heiligen Tag Maria Himmelfahrt.“

Wir wissen nicht wo er starb, aber er wurde in der Kathedrale begraben, die er in Essen bauen ließ.

Sein Grab, an dem Katholiken Andacht halten und ihn als Heiligen verehren, befindet sich dort heute noch.

Er erwarb Ruhm als ein Mann des Friedens und der Verständigung, ein Verfechter der benediktinischen Sache, ein Befürworter für das Kirchenrecht, und ein Verehrer der Jungfrau Maria.

Er war ein großer Kirchen- und Staatsmann. Er arbeitete viel für Arme und
Ältere. Außerdem ist er dafür bekannt, dass er Unterkünfte für Kranke und Obdachlose einrichtete. Seine Jahre als Bischof waren gefüllt mit Frömmigkeit und Reinheit, Würde und erfüllter Arbeit.

Text aus dem Englischen übersetzt mit freundlicher Genehmigung der St. Alfred Parish Catholic Church, Ontario (Kanada).

Bilder:
Bronzestatue des Hl. Altfried im Dom zu Hildesheim
Signatur des Hl. Altfried (“Altfried von Hildesheim, Bischof”)
Siegelabdruck des Hl. Altfried
Reliquiar mit den Gebeinen des Hl. Altfried
Grab des Hl. Altfried in Essen