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An der Alfelder Straße, dort wo heute die Friedhofskapelle steht, stand einstmals die Pfarrkirche von Lucienvörde, St. Stephanus (später St. Peregius), die auch Pfarrkirche für die Katholik en in Ochtersum war.
Die St. Stephanuskirche wurde etwa in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts erbaut. Nachdem sie im Laufe der Jahrhunderte baufällig geworden war, entstand um 1596 eine neue Kapelle an diesem Ort, die dem Heiligen Peregius geweiht wurde. Im Wappenschild des Ortsteils Ochtersums finden sich die Kirche St. Stephanus von Lucienvörde und die vier Lindenblätter, ein Symbol für die “Vier Linden”, die dort am Wegrand standen, wieder.
Obwohl im Jahre 1626 eine eigene Kapelle zu Ehren Mariens in Ochtersum errichtet worden war (auf einem Grundstück neben der alten Schule, heute: Dorfgemeinschaftshaus), blieb die Lucienvörder Kirche weiterhin Pfarrkirche.
Durch ein Dekret wurde sie 1812 zunächst geschlossen und letztlich 1830 abgebrochen. Die Katholiken Ochtersums wurden Filialgemeinde der Moritzberger Pfarrkirche St. Mauritius.
Nach jahrelangen Bemühungen wurde 1857 endlich der Grundstein für eine eigene Kirche in Ochtersum gelegt. Steine der ehemaligen Marienkapelle wurden als Fundament genu tzt.
Am 3. Dezember 1858 wurde die neue Kirche von Bischof Eduard Jacob Wedekind zu Ehren des Heiligen Godehards geweiht.
1908 wurde Ochtersum mit Barienrode zur Kuratiegemeinde mit Sitz des Pfarrers in Ochtersum, der dort sein eigenes Pfarrhaus erhielt.
Die Einwohnerzahl Ochtersums stieg seit Anfang 1900 stetig an. Zunächst durch die Inbetriebnahme einer Ziegelei und die Agrarreform in der Land- und Forstwirtschaft, später, nach 1945 durch den Flüchtlingsstrom aus dem Osten und ab 1960 nochmals durch die Ausweisung neuer Bebauungsflächen.
Dies nahm Diözesanbischof Heinrich Maria Janssen zum Anlass, die Kuratiegemeinde am 1. April 1963 zur Pfarrei zu erheben (St. Godehard/Ochtersum mit St. Nikolaus/Barienrode).
Bis Anfang der 70er Jahre entstanden zahlreiche Neubauten, die den dörflichen Ortskern Ochtersums mit den Siedlungen Hildesheims (Vier Linden) verbanden. 1971 wurde Ochtersum eingemeindet.
Durch die vielen zugezogenen katholischen Neubürger reichte der Raum in der Pfarrkirche St. Godehard für die Gottesdienste nicht mehr aus. Auch fehlten geeignete Räume für das Gemei ndeleben und die Seelsorge.
So entstand zwischen 1976 und 1977 an der Schnittstelle zwischen dem alten dörflichen Ortskern und dem Neubaugebiet das neue Kirchenzentrum Ochtersums. Die Kirche wurde am 19. März 1977 dem Heiligen Altfried (vierter Bischof von Hildesheim, +875) geweiht, unter Beibehaltung der Patrozinien des Heiligen Godehard und des Heiligen Franziskus Xaverius.
Bis Anfang der 80er Jahre wurde in der St. Godehardkirche weiterhin einmal wöchentlich ein Gottesdienst gehalten. Doch seit zwei Unglücksfällen in den 50er Jahren (ein Brand 1953 und 1955 ein Blitzschlag) wies sie erhebliche Baumängel auf.
Trotz einer Renovierung 1958 konnten die Schäden nicht vollends behoben werden. Um einen drohenden Abriss zu verhindern, ließ der Ochtersumer Ortsrat die St. Godehardkirche 1982 unter Denkmalschutz stellen.
Seit 1987 wird sie nun nur noch als Lagerraum der Abteilung Geschichts- und Denkmalpflege beim Bistum Hildesheim genutzt.
Ab 1992 wuchs die St. Altfriedgemeinde durch Erschließung eines weiteren Neubaugebiets zwischen Ochtersum und Barienrode wieder stark an. Zählte sie im Jahre 1993 noch 1650 Katholiken, so gehören ihr heute etwa 2500 katholische Christen an.
Da die Bauvorhaben im Neubaugebiet Lindholzpark noch nicht abgeschlossen sind, wird die St. Altfriedgemeinde bis etwa 2010 weiter wachsen. Der Anteil junger Familien mit vielen Kindern und Jugendlichen ist entsprechend hoch. Dies spiegelt sich auch im seelsorgerischen Angebot und den vielen Aktivitäten in der Gemeinde heute wider.
Die Zukunftsaussichten der katholischen Gemeinde St. Altfried/Ochtersum mit St. Nikolaus/Barienrode sind geprägt von den unabwendbaren Sparmaßnahmen des Bistums. Bis zum Jahr 2010 ist eine Zusammenlegung mit einer weiteren Gemeinde Hildesheims geplant (eventuell wie schon früher mit St. Mauritius/Moritzberg, aber auch andere Möglichkeiten, wie die Zusammenlegung mit der Domgemeinde werden diskutiert).
Angesichts des erheblichen Priestermangels, wird man sich auf neue Formen gelebten Glaubens auch in der St. Altfried-Gemeinde einstellen müssen.
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